Bundesministerium opfert
Freiwilliges-Soziales-Jahr
Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) greift zu drastischen Mitteln auf Kosten des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), um dem bisher erfolglosen Bundesfreiwilligendienst (BFD) mehr Aufschwung zu verleihen.Nachdem der Bundesfreiwilligendienst (BFD) nicht so läuft, wie sich das die Bundesregierung erhofft hat, soll nun das Freiwillige-Soziale-Jahr (FSJ) herhalten, um dort personelle Lücken zu schließen.
Betroffen wären auch die Jugend des SV Sallern und die Sportjugend Regensburg. Ab 01.September beginnt dort eine junge Frau im Rahmen des Freiwilligen-Sozialen- Jahres ihre Tätigkeit. Geplant sind dort beispielsweise Projekte im Rahmen von „Sport nach 1“ mit Grundschulen, die Betreuung von Kinderfußballmannschaften oder die Zusammenarbeit mit einem Kindergarten. Der Vorsitzende der Sportjugend Detlef Staude kritisiert: „Es ist ein starkes Stück, Freiwillige in den neuen Dienst zwingen zu wollen. Auf dem Rücken junger, engagierter Menschen, die sich für ein FSJ entschieden haben, wird hier schlechte Politik betrieben.“ Es finde eine systematische Zerstörung des FSJ statt, so Staude, der die Einhaltung der bisherigen Zusagen der Bundesregierung einfordert.

die Sportjugend in Aktion
Hintergrund
Bisher sollte sich der neugeschaffene BFD am bewährten FSJ orientieren. Das BFDGesetz wurde mit der Maßgabe verabschiedet, dass dieser neue Dienst nicht auf Kosten des FSJ geht. Nach dem Start des BFD im Juli entschieden sich sehr viel weniger junge Menschen für den neuen Dienst als für das etablierte FSJ. Dies veranlasste das BMJSFJ nun in der vergangenen Woche die Förderung des FSJ an den Ausbau des BFD zu koppeln. FSJ-Plätze werden jetzt nur gefördert, wenn ein Träger auch entsprechend BFD-Plätze anbietet, im Verhältnis 3:2. Die drei großen Jugendverbände in Bayern und Träger des FSJ, die Bayerische Sportjugend (BSJ), die Evangelische Jugend Bayern (EJB) und der Bund der Deutschen Katholische Jugend (BDKJ) Bayern haben rund 1.100 FSJ-Verträge abgeschlossen. Sie werden nun gezwungen über ein Drittel dieser Verträge zu kündigen und den Jugendlichen einen BFD-Platz zu empfehlen. „Damit werden vorhandene FSJ-Plätze abgeschafft. Als Folge werden die Träger durch die fehlenden Fördermittel gezwungen, Bildungsreferentinnen, die seit vielen Jahren das FSJ begleiten, betriebsbedingt zu kündigen. „Der Vorgang ist umso ungeheuerlicher, weil er völlig ohne Ankündigung und nur sechs Wochen vor Beginn des neuen FSJ-Jahres erfolgt“, beklagt Detlef Staude. Ein sehr gutes Angebot werde dauerhaft zerschlagen.Die Träger des FSJ stehen mit dem Rücken zur Wand. In der vom Bundesministerium erzwungenen Kurzfristigkeit von sechs Wochen, hat kein Träger die Möglichkeit dieser Entwicklung entgegen zu treten. In einem Brandbrief (klick) hat sich die Bayerische Sportjugend zwischenzeitlich an Staatsministerin Haderthauer (CSU) gewandt und um Unterstützung gebeten.








