Den Wandel nicht verschlafen

Lokale Initiativen aus Regensburg diskutierten darüber, welche Meilensteine in Regensburg schon erreicht wurden. Doch auch Defizite kamen bei der Diskussion zur Sprache

Unser Foto zeigt das Podium (von links): Franz Waldmann (BÜFA), Stadtrat Dr. Klaus Rappert (Projekt Stadtraum gemeinsam gestalten), Moderatorin Jana Wolf (Mittelbayerische Zeitung), Professorin Dr. Mulder (Universität Regensburg) und Michael Riederer (Transition Regensburg). Foto: SJR/Seitz

 

Regensburg. Zunehmende Probleme, wie die Energie- und Ressourcenverknappung oder auch allgemein der Klimawandel, sind wichtige Herausfordernugen für die heutige Generation. Doch es gibt weltweit zahlreiche Projekte und Initiativen mit alternativen ökologischen, wirtschaftlichen und demokratischen Ideen, die einen wichtigen Beitrag leisten, die Entwicklung in eine positive Richtung zu lenken. Bei einer Podiumsdiskussion im Anschluss an den Film „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“ setzten sich Vertreter verschiedenenster Regensburger Institutionen damit auseinander, wie die Stadt sich noch weiterentwickeln könnte.

SPD-Fraktionsvorsitzender und Stadtrat Dr. Klaus Rappert warb insbesondere für politische Bildung. Aktionen, wie die vom Stadtjugendring durchgeführten U18-Wahlen, bezeichnete er als „unheimlich wichtig“. Das Erlenen der Möglichkeiten von politischer Teilhabe könne nicht früh genug beginnen. „Man ist nie zu jung, um sich etwa an Wahlen zu beteiligen“, sagte Rappert. Professorin Regina Mulder, Inhaberin des Lehrstuhls für Pädagogik II an der Universität Regensburg sagte, dass viele Schuln kein Wlan besitzen. „Wir müssen aufpassen, dass wir hier nicht den Anschluss verlieren.“ Wahlen sind für sie ebenfalls Verantwortung. Diese Verantwortung trage man auch dafür, wenn man sich nicht an einer Wahl beteilige. Michael Riederer von Transition Town Regensburg folgerte, dass es oft Leid benötige, um daraus zu lernen. Dies könne hilfreich sein, um Innovationen oder ein Umdenken zu erzielen. Am wichtigsten sei aber die Gemeinschaft, die es überhaupt erst ermögliche, sich zu entwickeln und zu wachsen. Gemeinsame Projekte, wie etwa bei Transition, seien gefragt, auch um ökologisches Umdenken zu erzielen und sich gemeinsam für eine Sache zu engagieren. Franz Waldmann vom BÜFA-Regensburg kritisierte, dass in der Autoindustrie kein Wandel erkennbar sei. Hier brauche es ein Umdenken, weg von den fossilen Rohstoffen hin zu erneuerbaren Energien. Der Film „Tomorrow“ machte gleichzeitig deutlich: Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind dabei nicht nur ein Freizeitprojekt, das für sich alleine wirkt. Diese Themen umfassen viele Bereiche wie Bildung, Demokratie und Partizipation, die Wirtschaft, die Energiegewinnung und Energieübertragung als auch die Landwirtschaft. Der Stadtjugendring Regensburg setzt sich schon seit vielen Jahren mit diesen Thematiken auseinander und macht mit Veranstaltungen darauf aufmerksam. In der Diskussion mit den lokalen Inititativen wurde deutlich, welche Meilensteine wir bereits vor Ort in Regensburg erreicht haben und welche Richtung wir weiter einschlagen sollten. Die pädagogische Mitarbeiterin des Stadtjugendrings, Nadine Bauer, und Vorsitzender Philipp Seitz dankten den Diskussionsteilnehmern für die spannenden Ideen und Denkanstöße, die anschließend im Cafe des Ostentorkinos noch weiter entwickelt werden konnten.