Das Wahlalter sorgt weiter für Diskussionen

Die Regensburger Kandidaten für den deutschen Bundestag stellten sich bei einer Diskussion des Jugendrings den Fragen von Jugendlichen und Erwachsenen. (Foto: SJR/Philipp Seitz)

 

 

 

Bei einer Veranstaltung des Jugendrings gehen die Meinungen der Politiker zu dieser Frage weit auseinander.

Regensburg. Ab welchem Alter sollen junge Leute wählen dürfen? In dieser Frage gehen die Meinungen bei den Regensburger Direktkandidaten für die Bundestagswahl weit auseinander. Bei einer Podiumsdiskussion des Regensburger Stadtjugendrings wurde das deutlich. Moderiert wurde die Veranstaltung von Ferdinand Klemm von der Regensburger Schülervereinigung (RSV). Während CSU-Kandidat Peter Aumer und CSU-Listenkandidat Florian Hoheisel eine Senkung ablehnte, könnten sich seine Konkurrenten das durchaus vorstellen. Doch auch hier gehen die Ansichten weit auseinander.

CSU-Kandidat Peter Aumer erteilte einem niedrigeren Wahlalter eine klare Absage, zeigte aber grundsätzliche Gesprächsbereitschaft. Über ein Familienwahlrecht könne man nachdenken, auch wenn dies nicht die Linie der Christsozialen sei, sagte Aumer. Ihm sei es ein Anliegen, mehr junge Menschen für die Politik zu begeistern. Dies müsse das Ziel aller Parteien sein: „Wir alle nehmen interessierte Jugendliche mit offenen Armen auf.“ Über ein niedrigeres Wahlrecht lasse sich aber nicht mehr Interesse an der Politik erzeugen.

Freie Wähler-Kandidat Tobias Gotthardt sprach sich dagegen für eine Senkung des Wahlalters aus. „Für mich gibt es keinen Grund, warum beispielsweise ein 58-Jähriger mehr über Politik wissen sollte, wie ein 16-jähriger Schüler.“ Eine Absenkung auf 16 Jahre sei ein leichter Schnitt und könne dazu beitragen, Politik schon für junge Leute interessanter zu machen, da sie schließlich auch wählen dürften. Noch offener sind die Piraten. Deren Kandidatin, Katharina Graßler, betonte, dass es bei der Jugendorganisation der Piraten gar keine Altersgrenze geben würde. „Wir wollen, dass Jugendliche schon mit 14 wählen dürfen“, sagte sie.

Ulrich Lechte von der FDP sagte, dass der Ansatz der FDP sei, dass jedes Kind ein Wahlrecht bekommen sollte. Dieses werde dann allerdings von den Eltern ausgeübt. Die Liberalen versprechen sich daraus, dass so die Familien bei der politischen Mitentscheidung gestärkt werden. „In eine Partei darf ich mit 16 eintreten, in die Jugendorganisation schon mit 14. Da frage ich mich schon: Warum dürfen diese jungen Leute dann nicht auch wählen?“, sagte Lechte.

Stefan Schmidt von den Grünen warb wie alle Parteienvertreter dafür, die politische Bildung weiter zu fördern. Politik sollte auch in der Schule eine größere Rolle einnehmen, forderte Schmidt. Wichtig sei es, junge Leute in konkrete Projekte einzubinden. Politik könne man am besten verstehen, wenn man sie selbst mache, sagte Schmidt. Anhand einfacher Projekte könnten junge Leute gut eingebunden und für Politik interessiert werden. Die U18-Wahlen, die es dieses Jahr auch in Regensburg geben wird, bezeichnete Schmidt als „super Aktion“. FW-Mann Gotthardt warb dafür, in den Schulen „Hemmungen vor der Politik“ abzubauen.

Dr. Thomas Burger, der bei der Diskussion die Stadt Regensburg vertrat, warb für eine gelebte Partizipation von Kindern und Jugendlichen. Es sei wichtig, die Jugendlichen ernst zu nehmen und in Projekte einzubinden. Dieser Grundsatz werde von der Stadt Regensburg stets befolgt. Stadtjugendring-Vorsitzender Philipp Seitz wies auf die anstehenden U18-Wahlen hin. Hier können alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren symbolisch ihre Stimme abgeben. Die Aktion ist deutschlandweit und werde auch in Regensburg durchgeführt. Mehrere Schulen, Jugendzentren und Einrichtungen beteiligen sich daran. Ziel sei es, zu zeigen, wie junge Leute unter 18 Jahren gewählt hätten.